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Dicke sollst du meiden Angelirrtum entlarvt
17.12.2013 - 09:11 von gerd


Die kleinen Fische m├╝ssen zur├╝ck ins Wasser, die gro├čen nicht - das ist seit Jahrzehnten Vorschrift f├╝r Berufsfischer und Angler. Diese Regel kritisieren Forscher nun als ├╝berholt. Um die Ausbeute langfristig zu f├Ârdern, m├╝sse man auch kapitale Fische schonen.

angler
Bislang sind nur kleine Wildtiere zu schonen.
(Foto: picture alliance / dpa)

Berufsfischer und Angler sollten ausgerechnet ihre besonders kapitalen F├Ąnge wieder freilassen - der Natur zuliebe. Langfristig bringe das nicht nur widerstandsf├Ąhigere Best├Ąnde, sondern verbessere auch die Fangausbeute. Das berichtet ein internationales Forscherteam unter Federf├╝hrung der Berliner Humboldt-Universit├Ąt und des Leibniz-Instituts f├╝r Gew├Ąsser├Âkologie und Binnenfischerei im Fachblatt "Fish and Fisheries".

Damit r├╝tteln die Wissenschaftler aus Deutschland, den USA und Australien an einem Grundsatz des Fischereimanagements. Demnach sind kleine Wildfische zu schonen, um ihnen mindestens einmal das Laichen zu erm├Âglichen. F├╝r kapitale Exemplare gilt jedoch kein Schutz. Diese Praxis ├╝bersehe die ├╝berragende ├Âkologische Bedeutung der gro├čen Fische, mahnen die Forscher. Die klassische Meinung sei ├╝berholt, wonach die Ertr├Ąge dann besonders hoch ausfallen, wenn der Fischbestand vorwiegend aus schnell wachsenden Jungtieren besteht.

Die inzwischen jahrzehntealten Berechnungsmethoden lie├čen die Fortpflanzungsf├Ąhigkeiten unterschiedlich gro├čer und alter Fische au├čer Acht, erkl├Ąrt Studienleiter Prof. Robert Arlinghaus. "Die mathematischen Modelle ber├╝cksichtigten ausschlie├člich Wachstum und Sterblichkeit von Fischbest├Ąnden, w├Ąhrend die Reproduktion als unbegrenzt oder nicht prognostizierbar angesehen wurde."

Mit Muttertieren gegen ├ťberfischung

Die Studie betont die zentrale Bedeutung gro├čer Fische f├╝r die Fortpflanzung gesunder Best├Ąnde. Gerade wenn die Anzahl der Elterntiere durch ├ťberfischung oder Umweltzerst├Ârung gering sei, spielten gro├če Muttertiere mit vielen und oft auch besonders robusten Eiern eine fundamentale Rolle f├╝r die Bestandserneuerung.

Zudem sei es ├Âkologisch vorteilhaft, wenn sich eine Population aus verschiedenen Gr├Â├čen- und Altersklassen zusammensetze. Das k├Ânne etwa verschiedene Laichintervalle bringen, was die Anf├Ąlligkeit der Brut reduziere. Dar├╝ber hinaus h├Ątten Gro├č und Klein, Alt und Jung unterschiedliche Standpl├Ątze, Zugrouten und Speisepl├Ąne. Ein Bestand aus lauter Jungtieren wirke sich nicht nur negativ auf die Reproduktionsleistung aus, sondern auf das ganze Nahrungsnetz und das ├ľkosystem, schreiben die Wissenschaftler.

F├╝r das Fangen von Fischen gelten in Deutschland Mindestma├če und Schonzeiten, au├čerdem f├╝r manche Arten auch Mengenobergrenzen. Das Forscherteam um Arlinghaus empfiehlt als Alternative, das Zur├╝cksetzen kleiner Fische um eine Schonpflicht f├╝r kapitale Exemplare zu erweitern. Dies sei etwa beim Angeln und bei der Stellnetzfischerei praktikabel. Die Empfehlung zielt nicht auf den Fang mit Schleppnetzen.

Verbl├╝ffenderweise ergab die simulierte Berechnung der Wissenschaftler, dass eine Praxis mit derartigen Gr├Â├čenvorgaben den Ertrag sogar steigert. "Das gilt f├╝r Arten wie Forelle, Lachs, Barsch, ├äsche, Zander und Hecht gleicherma├čen", sagt Arlinghaus.

Quelle: n-tv.de , ame/dpa
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